Hallo meine Freundinnen und Freunde!

Mein Name ist Jenny, ich bin zur Zeit 20 Jahre alt und das ist mein Blog.
Hier geht es um meine Gedanken zu ökologischen Themen wie Umweltschutz, Tierschutz, Vegane/Vegetarische Lebensweise und vieles mehr.
Ich bin stets zu konstruktiven Diskussionen bereit, ja sogar erfreut, auch wenn ihr eine andere Meinung habt als ich.
Ich möchte niemanden meine Meinung aufzwingen und tolleriere andere Ansichten, solange sie nicht diskriminierend, beleidigend oder anderwältig verfassungsfeindlich sind.
Sonst bin ich für alles offen! =)

Montag, 25. Juni 2012

Über die Verantwortung und das sich ziehen daraus

Ich weiß, das Thema die Verantwortung für unsere Umwelt und unsere Mitgeschöpfe scheint längst ausgelutscht. Doch ich habe mir heute darüber lange Gedanken gemacht und da das Thema komplex sowie kontrovers ist, ist es eigentlich genau das richtige für einen so provokanten wie mich. Deswegen werde ich mich jetzt mal darüber auslassen.

 "Ver·ạnt·wor·tung die <Verantwortung, Verantwortungen>
1. die Pflicht, dafür zu sorgen, dass (in bestimmten Situationen) das Notwendige und Richtige getan wird und kein Schaden entsteht (...)
2. (kein Plur.) die Verpflichtung, für seine Handlungen einzustehen und ihre Folgen zu tragen (...)
3. (kein Plur.) (≈ Verantwortungsbewusstsein) das Bewusstsein, Verantwortung zu haben (...)"

So definiert thefreedictionary.com den Begriff Verantwortung. Betrachten wir also zuerst nur diese simple Definition. Was lernen wir daraus? Verantwortung heißt, dass man dafür Sorge zu tragen hat, dass das richtige getan wird, so dass kein Schaden entsteht. Außerdem heißt es, auch für sein Handeln einzustehen und sich dem allen noch bewusst zu sein.
Ich spezifiziere das nun etwas mehr auf mein Thema. Verantwortung für die Umwelt und Tiere heißt also, stets das "richtige" mit den Tieren und der Umwelt zu tun, ohne dabei Schaden anzurichten. Zudem heißt es auch, dass wir zu Allem stehen, was wir gut oder eben auch schlecht machen und immer daran denken , dass wir genau diese Verantwortung tragen.
Noch immer steckt in dieser Aussage so viel drin, dass ich es nun etwas aufschlüsseln werde, was ich darunter verstehe.

Was heißt denn "das richtige tun"? Ich verstehe unter dem "Richtigen"  wie in der Definition, dass man keinen Schaden anrichtet. Das heißt also, dass die Tiere unter artgerechten Lebensumständen leben, was bei so ziemlich den meisten Tieren eben nur die Freiheit bieten kann. Bei den Haustieren, die in der Freiheit nicht mehr selbstständig leben können, bedeutet artgerecht die möglichst nahe Wiederherstellung von der ehemals natürlichen Umgebung und Lebensart. Auf unsere gesamte Natur bezogen ist das "Richtige" ein Leben in und mit ihr, ohne sie auszubeuten, zu verschmutzen oder zu verschandeln. Dies bezieht sich auf die Lebensumstände der jewaligen Organismen, in unserem Falle ist es unmöglich, dass Menschen in der Natur leben, ohne Spuren zu hinterlassen. Diese Spuren sollte doch immer minimal gehalten werden.
Wie soll man dazu stehen? Ich denke diese Frage beantwortet sich fast von allein, jedoch möchte ich noch einmal deutlich zum Ausdruck bringen, dass dazu stehen nicht heißt, stolz sein zu müssen. "Dazu stehen" heißt  "zugeben", also nicht die Schuld oder Unschuld auf andere Instanzen wie Konzerne oder Fabriken zu schieben.
Wie soll ich immer daran denken? Nicht, indem man pausenlos genau daran denkt. Sondern dass man bei allen Handlungen daran denkt, dass sie Folgen haben werden, positive oder negative. Über diese sollte man sich bewusst sein und erst dann handeln. Das ist unabhängig davon um die Handlung "richtig" oder "falsch" ist.
Was ist richtig und was falsch? Ich finde, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Deswegen schreibe ich diese Worte eigentlich immer in Anführungszeichen, weil es kein universelles "richtig" und "falsch" gibt. Ausgenommen sind Themen, die selbsterklärend "richtig" oder "falsch" sind. (z.B. Der Holocaust war falsch)

Nun steht aber im Raum, inwiefern das alles der Realität entspricht.  Natürlich gibt es Bauernhöfe wo die Menschen mit der Natur im Reinen leben oder auch einige Menschen, die darauf achten, was für Fußspuren die auf unserer schönen Erde hinterlassen. Außerdem zählen für mich auch die Urvölker in allen Erdteilen und die Afrikaner in kleinen, unberührten Dörfern zu solchen Positivbeispielen.
Aber sind wir mal ehrlich: Das ist nur eine Seite, und zwar leider die deutlich kleinere. Auf der anderen Seite sieht es so aus: Im gesamten Europa und Nordamerika und großen Teilen von Asien und Südamerika herrscht die Ignoranz für unsere Umwelt. Riesige Müllberge stapeln sich überall, AKWs, Kohlekraftwerke usw. sprießen fast überall aus der Erde. Die giftigen Folgen sind mal mehr und mal weniger zu spüren. Das Wasser ist zunehmend verdreckt mit Unmengen an Plastik und anderem Giftmüll. Darunter leidet die gesamte Tier- und Pflanzenwelt. Der Regenwald, die Lunge unserer Erde, wird immer kleiner, Tierarten sterben in einer rasanten Geschwindigkeit aus. Massentierhaltungs"farmen" und riesige Schlachthäuser sorgen dafür, dass die westliche Welt viel zu viel und der Rest viel zu wenig Nahrung hat. Ganz zu schweigen vom unbeschreiblichen Leid der Tiere, dass auch in Zirkussen, Zoos, Reptilienmessen usw. ohne Ende produziert wird. Diese Beispiele lassen sich leider unendlich so weiter führen.

Kommen wir wieder auf die Verantwortung zurück und fragen: "Handelt der Mensch verantwortlich?"
Ich kann diese Frage nur mit Nein beantworten. Menschen, die die eben aufgeführten Dinge fördern, tolerieren oder akzeptieren, ziehen sich aus ihrer Verantwortung. Sie ignorieren die Missstände gekonnt oder verleugnen es, wenn man sie beschuldigt. Dann übertragen sie ihre Verantwortung den großen Konzernen. Indem man den Konzern beschuldigt entmündigt man sich sozusagen selbst, weil man ja "nichts dafür kann".
Ich will mich da nicht ausschließen. Auch jeder Tier- und Umweltschützer hat  sich schon aus der Verantwortung gezogen. Denn die wenigsten werden schon mit dieser Einstellung geboren. Das ist okay, aber es geht darum Einsicht und Verantwortung zu zeigen, indem man seine Haltung überdenkt. Demnach zieht sich jeder irgendwann aus der Verantwortung, ja auch ich. Es zählt, dies möglichst auf ein Minimum zu reduzieren.

"And you can turn your back, but it won't go away
And you don't look scared, but you should be afraid
You can shut your mouth, but you still have a say
And you just don't care, for tomorrow, today"
Diese Zeilen stammen aus dem Lied "Turn your Back" von Billy Talent und heißen soviel wie:  "Und du kannst dich umdrehen... aber es wird nicht verschwinden. Und du siehst nicht verschreckt aus...aber du solltest Angst haben. Du kannst deinen Mund halten... aber du hast trotzdem etwas zu sagen. Und du kümmerst dich einfach nicht ... heute um morgen."
Der gesamte Liedtext würde perfekt zur Thematik, doch diese Zeilen treffen es perfekt.
Man kann sich zwar von den Problemen abwenden, doch sie werden davon nicht verschwinden. Früher oder später betreffen sie uns alle und dann kann man nicht mehr so einfach wegrennen. Und da hilft auch die kühle Ignoranz nicht, die ich sooft erlebe. Viele in meinem Alter kommen sich cool vor, wenn sie sich nicht darum kümmern, wie es ihren Mitgeschöpfen geht. Doch das ist nicht cool, das ist feige. Sie laufen vor ihrer Verantwortung und ihrem Gewissen davon und tun als hätten sie keine Angst vor dem was kommt. Doch für Angst gibt es so viele gute Gründe. 
Auch hilft es nichts, wenn man nur für sich selbst beschließt, besser leben zu wollen, sich dann aber nicht traut, damit offen umzugehen. Man muss darüber sprechen und mit Menschen diskutieren um etwas bewirken zu können. Denn auch stumm daneben zu stehen wenn alles den Bach runter geht, ist ein gewisses aus der Verantwortung ziehen. Die Verantwortung für unsere Umwelt und die Tiere fordert eine gewisse Aufmerksamkeit und Hingabe, die jeder entbehren kann. Man muss nicht jeden Tag mit der Tierschutzgruppe unterwegs sein oder sich an Bäume ketten. Die Konversation ist ein Mittel, das jeder beherrscht und nutzen sollte, um Verantwortung zu zeigen.
Deswegen sage ich auch, dass natürlich auch jeder Veganer oder Öko eine Verantwortung trägt, die darüber hinausgeht, dass sie ihren Lebensstil verantwortlich führen. Wie sagt man so schön? Zusammen sind wir stark und können etwas ereichen. Fleischesser, Veganer, Vegetarier, Ökos, Realisten, AKW Gegner und Befürworter - Wir alle leben auf einer Welt für die wir eine  Verantwortung tragen, die wir nur gemeinsam bewältigen können.
Und nennt es Utopie, aber ich glaube, wir können wenigstens einen großen Schritt dahin machen, indem wir Verständnis und Toleranz zeigen und auch mal unsere tiefsten Überzeugungen überdenken.


Zuletzt möchte ich betonen, was ich mit diesem Text NICHT bezwecken will:
Ich will niemanden beschuldigen, anprangern oder verurteilen. Jeder muss selbst entscheiden wie er leben möchte und ich möchte da niemandem etwas vorschreiben.
Ich möchte nur appellieren, dass man sich, egal was man tut, seiner Verantwortung bewusst sein sollte. Egal ob man Tierprodukte konsumiert, Atomstrom fördert oder Tierversuchsprodukte kauft oder genau das alles ablehnt.

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