Hallo meine Freundinnen und Freunde!

Mein Name ist Jenny, ich bin zur Zeit 20 Jahre alt und das ist mein Blog.
Hier geht es um meine Gedanken zu ökologischen Themen wie Umweltschutz, Tierschutz, Vegane/Vegetarische Lebensweise und vieles mehr.
Ich bin stets zu konstruktiven Diskussionen bereit, ja sogar erfreut, auch wenn ihr eine andere Meinung habt als ich.
Ich möchte niemanden meine Meinung aufzwingen und tolleriere andere Ansichten, solange sie nicht diskriminierend, beleidigend oder anderwältig verfassungsfeindlich sind.
Sonst bin ich für alles offen! =)

Freitag, 31. August 2012

Billigfleisch - Was soll das?

Nachdem ich Vegetarierin geworden bin, war Fleisch kein großes Thema mehr für mich. Ich weiß was dahinter steht und habe mich deswegen ganz bewusst dagegen entschieden. Danach habe ich mich nie wieder mit dem "Produkt Fleisch" beschäftigt sondern Abstand gehalten. Mittlerweile wird mir sogar regelmäßig schlecht wenn ich an der Fleischtheke vorbei muss, ich finde Fleisch einfach nurnoch ekelhaft. Nicht unbedingt wegen des Geschmackes, sondern wegen der widerwärtigen Haltung und Schlachtung der Tiere, sowie der ganzen Chemikalien, Fäkalien und was sonst noch so alles im Schnitzel steckt.
Heute habe ich mich zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder mit Fleisch auseinander gesetzt, weil ich morgen kochen möchte/soll und meine Mama sich "echtes Fleisch" gewünscht hat. Da stand ich also mit meinem Freund im Rewe vorm Kühlfach in denen das ganze tote Tier schön in Plastik abgepackt rumlag. Die Auswahl der Marken war relativ breit. Es gab das Fleisch von der Rewe-Biomarke, einer Mittelklasse-Marke dessen Namen ich mir nicht merken wollte und das "Hammerpreis"-Fleisch von Tip. Wofür wir uns entschieden habe? Bio - natürlich. Die Tiere haben wenigstens noch Auslauf, bekommen Nahrung, die dieser Bezeichnung noch würdig ist und werden nicht auf Ultra-Antibiotikadosis gesetzt. Das die Schlachtung nicht besser abläuft weiß ich, und das alles rechtfertigt nicht das Morden - Aber es ist besser als Qualzucht-Giftfleisch. Dennoch kamen wir nicht drumherum Preise zu vergleichen. Das Biofleisch - die minimalen lebenswürdigen Umstände - ist bis zu 4mal so teuer gewesen, wie das Billigfleisch. Und dann habe ich erst wieder darüber nachgedacht was das eigentlich bedeutet...
Es bedeutet, dass jeder, der nicht bereit ist, etwas mehr für Qualität zu bezahlen, die grausamen Umstände in der Massentierhaltung und Turboschlachtung, rechtfertigt und begründet. Das soll heißen - Die Konsumenten sind Schuld am Leid der Tiere. Das klingt hart, ist aber so.
Schließlich heißt es ja "Die Nachfrage bestimmt das Angebot". Und das Volk verlangt nunmal nach Billigfleisch. Nur 1% des in Deutschland produzierten Fleisches ist Biofleisch, weil die Konsumenten nicht dazu bereit sind, Bio zu bezahlen. Stattdessen wählen sie lieber Tierqualen und giftige, krebserregende "Nahrungsmittel".
Ich höre jetzt schon wieder die Stimmen die rufen "Arme Hartz-IV-Empfänger oder Familien mit Kindern können sich doch kein Bio leisten! Die haben doch garkeine Wahl!" Das ist sowas von falsch, dass ich garnicht weiß womit ich anfangen soll, zu begründen. 
1. Vegetarische Ernährung ist nachweißlich günstiger, als Mischkost. Ihr könnt dazu diese z.B. Studie in betracht ziehen.
2. Sollte die eigene Gesundheit, bzw. die Gesundheit der Kinder einem das nicht wert sein? Ich denke da ist es besser, an einer anderen Stelle zu sparen. Man muss z.B. nicht mehr zu McDonals gehen oder man macht einen Ausflug ins Freie statt ins Kino.
3. und das ist meiner Meinung nach der logischste Grund: Man muss nicht jeden 2. Tag Kotelett und jeden Tag Wurst essen. Wenn man einmal alle ein bis zwei Wochen Fleisch ist, kann man sich das viel gesündere und bessere Biofleisch leisten. Es gibt so tolle und leckere vegetarische Lebensmittel und dem zu folge auch Gerichten, die dazu auch noch viel gesünder und nahrhafter sind als Fleisch. 
Es ist also ein Irrtum anzunehmen, man muss das Billigfleisch von Tip kaufen. Das muss man garnicht.

Nun, ich möchte mit diesem Artikel nicht alle Fleischesser verurteilen. Ich möchte sie darauf hinweisen, dass sie jedes Mal im Laden die Wahl treffen, ob sie Tierqual unterstützen und gifte Nahrungsmittel unterstützen oder nicht.
Und jeder, der von den Missständen weiß (das ist fast jeder) ist Schuld am Tierleid, Schuld am Welthunger, Schuld an den eigenen, damit einher gehenden Gesundheitsproblemen, Schuld am Klimawandel. Natürlich nicht allein. Millionenmitkonsumenten und nicht zuletzt die grausamen Produzenten sind ebenfalls Schuld daran.
Diese Schuld kann man sich zu einem gewissen Teil abschreiben, wenn man Bio kauft. Diese Schuld kann man zum Großteil hinter sich lassen, wenn man vegetarisch lebt. Und diese Schuld wird man vollständig los, wenn man vegan wird.
Ja ihr seht, ich bin das Süßholzraspeln leid. Ich bin das ganz "Jedem das seine", "Jeder wie er will" und "Ich will niemanden verurteilen" leid. Ich will einfach einmal sagen was ich denke und was schlicht und einfach die Wahrheit ist, statt es jedem recht zu machen und meinen Mund zu halten. Deswegen habe ich genau das jetzt getan. Man mag mich jetzt "Militanten Veganer", arrogant, besserwisserisch oder Moralapostel nennen.
Wenn das der Preis dafür ist, dass man die Wahrheit sagt - Gut! Ich will nicht die Augen vor dem verschließen was auf der Welt passiert. Ich will die Welt besser machen und auch ich bin und war noch lange nicht perfekt.
Jeder hat die Chance, etwas zu tun und diese Bilder nicht mehr zu ignorieren. Wer es trotzdem tut - bitte. Der soll sich später nicht beschweren und wie sagt man so schön. "Jeder bekommt irgendwann, was er verdient."


Kommentare:

  1. toller eintrag, bringt auch mich als vegetarierin immer wieder zum nachdenken wenn ich sowas lese. ich kann nicht verstehen, dass viele leute sowas einfach ignorieren können. denn was anderes ist es nicht, sie wissen was da passiert und schauen einfach weg. traurig

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  2. Nein, du bist kein militanter Veganer! Auch wenn du das Fleisch nicht gegessen hast, du hast es gekauft. Und damit die Fleischproduktion unterstützt.
    Aber schön, dass du mal so richtig die Moralkeule geschwungen hast!
    Danke!

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    1. Wenn ich es nicht gekauft hätte, hätte es meine Mama gemacht.
      Und die hätte wahrscheinlich das Billigfleisch gewählt.
      Also habe ich nicht nur die Fleischproduktion, sondern vorallem eine nachhaltige, korekte Landwirtschaft unterstützt. ;)

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    2. Ach ja, ob die so korrekt und nachhaltig ist...
      Vielleicht sind die Zustände bei Bioproduktionen etwas besser, aber richtig gut sind sie auch nicht. Es darf sich nämlich leider auch ziemlich viel "Bio" nennen, so streng sind die Richtlinien da leider nicht!

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    3. Das mag ja alles richtig sein. Jedoch geht es hier doch nicht darum alles zu verteufeln und allen Menschen etwas zu verbieten.
      Es geht mir darum, dass es den Tieren besser geht. Für mich heißt das, dass ich nichts tierisches konsumiere und wenn ich etwas tierisches kaufen MUSS, dann das, was ich für das beste halte.
      Und Bio ist besser als konventionell, zwar nicht in der Schlachtung, aber in allen anderen Dingen. Deswegen ist es richtiger Bio zu kaufen.
      Was hätte ich denn deiner Meinung nach tuen sollen? KOnventionell kaufen und damit das schlimmste von allen unterstützen? Nichts kaufen und meine Mama das konventionelle kaufen lassen? Am besten nie wieder mit Fleischessern reden?
      Ich verstehe dein Problem nicht. Darf ich fragen ob du so perfekt bist?

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    4. Du hast dir doch die Antwort mit deinem letzten Post schon selbst gegeben. Wie billig kann Bio sein? Und ich nehme mal an, du hast den Beitrag auch gesehen. Glaubst du jetzt noch, du hast mit dem Kauf von Biofleisch bei Rewe die bessere Entscheidung getroffen? Wieviel hast du denn bezahlt?
      Mich stört einfach, dass du einerseits sagst, du hast genug vom Süßholzraspeln und der Einstellung "Jeder wie er will", aber letztendlich redest du dir diese Biosache selber schön. Und plötzlich geht es nicht mehr darum, alles zu verteufeln und den Menschen etwas zu verbieten...also doch jeder wie er will!
      Ich habe nie behauptet, perfekt zu sein, aber ich schwinge nicht einerseits große Reden, um danach mein Gewissen zu erleichtern, weil ich bei Rewe sog. Biofleisch statt konventionellem gekauft habe.
      Das ist mein Problem.

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    5. Ich denke du hast mich missverstanden.
      Ich will nicht den Konsum von Fleisch rechtfertigen, ich will nur jedem seinen Weg offen lassen.
      Biofleisch ist besser als konventionelles, auch wenn es wie im Bericht schwarze Schafe gibt. Damit ist Fleisch nicht automatisch Okay. Tiere müssen dafür immer noch leiden.
      Ich verstehe nicht was du von mir erwartest. Soll ich jeden Fleischesser verteufeln?
      Ich finde jeder Schritt ist gut so klein er auch ist.
      Ich bin davon über Zeug dass Bio ein Schritt in die richtige Richtung ist.

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    6. PS: Das von mir gekaufte Fleisch war von Naturland und nicht von der Rewe Bio-Eigenmarke. Die Naturlandstandarts sind höher als die EU-Bio-Standarts. Da kann das extrem schreckliche, was man im Bericht gesehen hat, garnicht passieren. Ist noch immer nicht super, aber immerhin!

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    7. Ok, das ist wirklich etwas besser.
      Das Problem ist nur (und hier kritisiere ich den Verbraucher an sich, das ist nicht auf dich bezogen), dass die Meisten glauben, wenn Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Niemand will den angemessenen Preis für Qualität zahlen.
      Ich glaube nicht, dass ich dich missverstanden habe. Vielleicht hast du nicht verstanden, worauf ich hinaus will. Du sollst auch niemanden verteufeln.
      Mach einfach weiter dein Ding, ich wünsch dir alles Gute!

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    8. Ich würde eher sagen die meisten wollen das nicht, es gibt aber immer Ausnahmen.
      Okay. Es war ja auch niemals böse gemeint.Ich finde es gut wenn man angemessen diskutieren kann. :)
      Dankesehr!

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  3. Ich versuche immer um diese Fotos wie das letzte herumzukommen...
    Ich krieg sie nie aus dem Kopf.
    Mein Kopfkino reicht die nächsten 150 Jahre um kein Fleisch mehr zu essen...

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    1. Ohja da hast du Recht. Diese Bilder sind so schrecklich!
      Aber grade deswegen würde ich es sinnvoll finden, genau diese Bilder auf die Fleischverpackungen zu drucken.

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  4. @ Anonym:"Niemand will den angemessenen Preis für Qualität zahlen." ManNenntMichÖko hat doch genau das versucht, was du hier sagst, da verstehe ich nicht worauf du dann hinaus willst.
    Es ist ein innergesellschaftliches Problem, dass wir in der Geiz ist Geil Problematik leben. Keiner will das bezahlen was Arbeit und alles was dazugehört wert ist. Das fängt doch schon mit Tierhaltung an und endet beim Arbeiter(z.B.Friseur) der nicht vom eigenen Lohn/Gehalt/usw. leben kann und dann Hartz4 zusätzlich beantragen muss. Wir machen uns die wirtschaft selber kaputt. Und die Poltik tut ihr übriges durch Subventionen. Wir kippen lieber 20Tonnen Milch aufs Feld um den Preis und die Förderung durch Subventionen stabil zu halten.
    Das sind leider die Probleme die mit Themen wir Globalisierung und wahrscheinlich noch tausend anderen Themen einhergehen.

    Cheers Leute

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