Hallo meine Freundinnen und Freunde!

Mein Name ist Jenny, ich bin zur Zeit 20 Jahre alt und das ist mein Blog.
Hier geht es um meine Gedanken zu ökologischen Themen wie Umweltschutz, Tierschutz, Vegane/Vegetarische Lebensweise und vieles mehr.
Ich bin stets zu konstruktiven Diskussionen bereit, ja sogar erfreut, auch wenn ihr eine andere Meinung habt als ich.
Ich möchte niemanden meine Meinung aufzwingen und tolleriere andere Ansichten, solange sie nicht diskriminierend, beleidigend oder anderwältig verfassungsfeindlich sind.
Sonst bin ich für alles offen! =)

Montag, 22. April 2013

Massentierhaltung - Ja, Bitte?!?

Im WDR-Verbrauchermagazin "Markt" gibt es einen neuen Bereich, der sich "Gegen den Strich" nennt. Dabei argumentieren die Reporter gegen die allgemeine Meinung der Mehrheit, um dem puren Schwarz-Weiß-Denken entgegen zu wirken. Am 15.04.2013 lautete deswegen das Motto "Massentierhaltung - Ja, Bitte!"
Zunächst war ich etwas verwirrt, dass die Mehrheit wohl gegen die Massentierhaltung sein soll, aber dann wurde mir ja schnell klar, dass die Meisten wohl wirklich am liebsten Billig-Fleisch von gestreichelten Schweinen hätten. Gut, habe ich dann gedacht. Ich bin eigentlich immer dafür, dass man sich vielseitig informiert und auch einmal die Argumente der Gegenseite ansieht. Deswegen finde ich das Format grundsätzlich also sehr gut.
Ich erwartete also seriöse und reflektierte Berichterstattung. Doch was bekam ich zusehen? Populistische Propaganda für die Fleischindustrie und Unprofessionalität, wo es echt eine Frechheit ist, dass dafür die Rundfunkgebühren verschwendet werden. 
Diese Aussage möchte ich natürlich nicht so im Raum stehen lassen, sondern im Folgenden meine Meinung und Argumentation ausführlich aber natürlich auch subjektiv ausformulieren. Dabei werde ich Abschnittsweise je nach Inhalt vorgehen. Ich würde euch empfehlen zunächst einmal den Bericht selbst  anzusehen, euch eine Meinung zu bilden und dann zu lesen.

Los geht es ab 12:42 hier: Klick!


Los geht es schon mit dem Begriff "Massentierhaltung". Ich gebe zu, mir rutscht dieser Begriff noch viel zu oft heraus. Doch in einem angeblich seriösen Bericht des öffentlich rechtlichen Fernsehens sollte klar sein, dass der korrekte Begriff "Intensivtierhaltung" lautet. Schließlich kann man auch eine kleine Menge Tiere nicht artgerecht halten und anderes herum. 
Dann geht es um die "Kuschelvorstellungen des Publikums". Woher kommen denn diese Vorstellungen? Es sind die Fleischproduzenten und Verwerter selbst, die Bauernhofidylle und glückliche Tiere suggerieren. Das Logo von Deutschlands größtem Hühnermäster Wiesenhof ist ein friedlicher Bauernhof und McDonalds warb vor noch nicht allzu langer Zeit mit Bauern, die die Kühe für die Cheeseburger streichelten. Sollten dafür nicht eher die zur Rechenschaft gezogen werden, die die "Kuschelvorstellungen" überhaupt erwecken?  
        Dann folgt die Passage mit dem "Bauern Mayer". Er habe Angst vor den Tierschützern, obwohl es bei ihm weder "gequälte Tiere" noch andere "einschlägige Bilder übler Tierhaltung" gebe. Gleich zu Beginn sieht man ein Schwein, das an einer Eisenkugel herum nuckelt. Das Schwein tut das aus Langeweile, weil es in der kleinen Box keinerlei Möglichkeiten zu Beschäftigung gibt. Die Tiere leben ihr kurzes Leben in diesen Boxen, haben keinerlei Zugang ins Freie. Zudem sind es zu viele Tiere, wer auch nur etwas Ahnung von den natürlichen Lebensweisen von Schweinen hat, weiß dass das in Keinster Weise artgerecht ist. Nicht artgerecht bedeutet für mich Tierquälerei. Und nur mal nebenbei: Bei dem Stall von "Bauer Mayer" handelt es sich immerhin um einen der besseren Ställe in der Intensivtierhaltung: Die Schweine leben nicht auf kahlen Spaltböden und durch die Fenster dringt immerhin etwas Sonnenlicht. "Normal" ist das nicht.
Und dann das Thema mit den Medikamenten. Der Bauer ist empört über seinen Ruf als "Keimschleuder" und "Resistentmacher". Über den Einsatz der Medikamente wache schließlich stets der Tierarzt, der auch prompt bei den Dreharbeiten auftaucht. Soweit in der Sendung. Doch in der Realität ist doch längst bekannt, dass das in den meisten Fällen nicht der Fall ist. Viele Tierärzte wollen nur das Geld mit dem Antibiotika verdienen, deswegen übergeben sie dem "Bauern" einfach die gewünschte Menge und dieser entscheidet dann selbst wann und wie viel Antibiotika seine Tiere "brauchen". Dass dies die gängige Praxis ist, ist dem Staat und den Behörden bekannt, doch Kontrollen finden noch immer viel zu selten statt. Dann wird behauptet, dass keine Rückstände im Fleisch bleiben würden. Das dies einfach Falsch ist, ist durch unzählige Stichproben und Studien nachgewiesen wurden und steht hier denke ich nicht weiter zur Debatte. Zwischendurch berichtet der Tierarzt noch von den Gelenkentzündungen der Schweine - die kommen übrigens vom viel zu schnellen Wachstum der überzüchteten Tiere - und siehe da: Doch noch reine Spaltböden. Schade. 
"Niemand möchte kranke Tiere im Schlachthaus und danach in den Lebensmitteln haben." Damit spricht der Tierarzt ein wahres Wort, doch damit wird im Nachhinein auch die Behandlung gesunder Tiere mit Antibiotika gerechtfertigt. Eine andere Art der Prävention wäre es sie in Quarantäne zu nehmen, doch das würde natürlich viel zu teuer werden. - Bei 18:16 sieht man in der linken Box Tiere, die total panisch aufeinander gegen die Wand laufen. Nur so viel noch einmal zum Thema artgerechte Tierhaltung und Tierquälerei. -
Und dann der wunderschöne Teil zum Thema kranke Bio-Tiere. Ach, welch niedliche Animation. Es wird damit begonnen, dass Freilandhaltung als besonders tierfreundlich gilt. "Sieht ja auch schön aus." sagt der Off-Sprecher mit ironischem Unterton. Denn das die Freilandhaltung ja eigentlich nicht gut ist, sondern nur die Intensivtierhaltung, wird damit begründet, dass draußen ja so viel Ungeziefer und Krankheitserreger lauern. Und weil die Bio-Tiere, welche übrigens nicht alle aus Freilandhaltung sind (Im Bericht wird da ja kein Unterschied gemacht), nicht so viele Medikamente bekommen dürfen sei die logische Schlussfolgerung wohl nur, dass die Tiere dann krank verkauft werden. Das es sich bei dieser Milchmädchenrechnung nur um eine bloße Behauptung handelt, brauche ich hier wohl nicht zu erwähnen. Die Euterentzündungen bekommen übrigens auch die Kühe drinnen. Weil sie so überzüchtet sind, dass in ihren Eutern viel zu viel Milch produziert wird.
Ohje - Jetzt setzt dieser wirklich nervige Rap ein, der immer wieder nur in Teilen eingespielt wird. Der Interpret möchte die harten Fakten nicht hören, aber trotzdem noch munter weiter fressen essen. Klarer Fall von Scheuklappen-Mentalität. Das "gestreichelte Schnitzel" sei nur für die "Bonzen" weil nur diese sich das leisten können. Wenn man jeden Tag Mengen von Fleisch essen möchte, mag das wohl stimmen. Das es auch anderes gutes Essen gibt und man seinen Fleisch-Konsum beschränken kann, daran denkt der "Rapper" wohl nicht.
Dann folgen die Experimente. Neue Formen der "Massentierhaltung". Doch diese Formen sind in der Intensivtierhaltung nicht die gängige Praxis, weswegen es mit der Thematik des Beitrages wohl nur bedingt zu tun hat. Deswegen ist es irrelevant wie "gut" oder "schlecht" diese Experimente nun sind, in der Argumentation des Beitrages hat es in diesem Ausmaß nichts zu suchen. Es handelt sich nämlich nicht um die übliche Intensivtierhaltung. Und nur mal so nebenbei: Hier werden dann einige Argumente geliefert, die dann deutlich gegen die Intensivtierhaltung sprechen. (Frischluft und mehr Platz machen besseres Wachstum usw.)
Dann kommen die Kommentare der Passanten über den Preis von Fleisch. Kurz zusammengefasst ist das Fazit: Die Leute wollen billiges Fleisch aber glückliche Tiere. Dass das so nicht geht wissen auch viele der Passanten. Deswegen das schlechte Gewissen, was der eine Jugendliche anspricht. Diese Problematik ist den meisten bekannt und meiner Meinung nach kann das nur mit Aufklärung behoben werden.
Dann wieder das lästige: Bio-Fleisch ist zu teuer und uns darf niemand vorschreiben, wie viel ich esse. Warum denn? Es gibt Steuern auf Benzin, Tabak und Alkohol, weil es schädlich ist. Damit sorgt der Staat dafür, dass nicht zu viel konsumiert wird. Würde die Massentierhaltung verboten werden, würde das Fleisch natürlich teurer werden, weil ja dann alles nur noch Bio oder zumindest so ähnlich ist. Die meisten können dann natürlich weniger essen, aber was ist daran so schlimm? Wenn etwas besonders lecker ist, soll man es doch lieber seltener genießen und nicht blind verschlingen. Wir müssen Verantwortung beim Essen zeigen. Und als Veganer kann ich jetzt auch noch ganz blauäugig sagen: Wenn man Vegetarier wird, hat man das Problem vom teuren Fleisch gar nicht mehr.
Dann wieder der "Rap". Er beschwert sich über die "Gutmenschen, Vegetarier und Ökos", die einen damit nerven, dass sie Bio konsumieren und solche Sachen wie Gentechnik ablehnen. Dann das Geldargument, was ich eben schon einmal bearbeitet habe. Wir sollen ihm "Sein" lassen, sagt er. Ist denn Aufklären so falsch? Und die meisten Menschen mit seiner Denkweise fühlen sich ja schon von der bloßen Existenz von "Gutmenschen, Vegetarier und Ökos" angegriffen. Aber die Tiere sind ihm wichtig. Aha...

Und dann das Platzproblem. Die Fläche reicht für das Bio-Fleisch nicht. Das ist die Aussage. Meine Lösung für das Problem: Weniger konsumieren!
                  So viel zum inhaltlichen. Über das Journalistische will ich mich gar nicht weiter auslassen. Nur so viel: Bei seriösen Sendungen sollte man Ironie, Behauptungen und klare Fakten klar voneinander trennen.

Was sagt ihr zu dem Bericht?

Kommentare:

  1. Ich kann mich Deiner Meinung da nur anschließen - ich war entsetzt, als ich den Beitrag gesehen habe. Etwas derart Oberflächliches, Tendenziöses und auch Unseriöses habe ich lange nicht gesehen. Es ist zwar gut, wenn man auch mal unpopuläre Meinungen vertritt, aber so wie das da gemacht wurde, war das wirklich,wie Du schon schreibst, nur Propaganda für die ach! so tolle und saubere deutsche Landwirtschaft & Fleischwirtschaft.

    Ich fürchte, dass so ein Beitrag bei so manchem Zuschauer dazu führt, dass er sich sagt "Siehste, ist ja doch alles nicht so schlimm mit dem Billigfleisch, also kann ich auch weiterhin meinen Burger für 1 € kaufen.". Der WDR hat damit einiges an Schaden angerichtet!

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  2. Total Krank die Menschheit, man muss aber sagen das sehr viele Leute gibt die derartiges nicht unterstützen und dagegen sind. Doch das die Lobbyisten von Mc, Burger usw haben einfach unbegranze Mittel zur verfügung das sich das auch nicht ändert. Ps:KFC quält Tiere

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